Kosten Worte Geld?

Kosten Worte Geld?

Ja. Könnte man meinen.

Heute Morgen beim Bäcker:
Das „Guten Morgen“ hat die Kundin, die nach mir an die Verkaufstheke trat, sich schon „gespart“. Und auch das „bitte“ nach ihrem Kommando: „Ein halbes Brot.“

Es klang unharmonisch in meinen Ohren. Wie aus einer fremden Kultur. Und nein, die Dame machte nicht den Eindruck, als sei sie von einer Entzündung der Stimmbänder oder ähnlicher Probleme befallen.
Es klang so auffallend negativ, dass ich mich zu der Kundin umdrehen musste.
Wie man innehält und schaut, wenn es auf der Straße laut knallt. Jedenfalls wenn man einigermaßen ruhig wohnt.

Abgerundet hat die Kundin das ganze dann übrigens mit einem knappen „nein“ auf die Frage, ob das Brot geschnitten werden solle. Ja, meine Höflichkeit, meine Weise der Kommunikation hänge ein „danke“ daran. Und meine Impulskontrolle bewahrte mich (und die Kundin) vor einem: „Das heißt ‚Nein, Danke‘‘, oder haben Ihre Eltern vergessen, Ihnen das beizubringen? “

Die Kundin war übrigens in einem Alter, das die Möglichkeit in den Raum stellte, selbige hat bereits Kinder UND Enkelkinder. Mein kleiner Generator im Kopf wollte nämlich direkt wissen: Sind die Kinder und Enkelkinder auch so unhöflich sprechgeizig?

Ich habe mal irgendwo gesehen, dass ein Café unterschiedliche Preise für ein Heißgetränk ausgeschrieben hatte.

Einen Kaffee! – 10,00
Einen Kaffee, bitte. – 5,00
Guten Morgen, ich hatte gerne einen Kaffee, bitte – 4,-

Wahrscheinlich sind 4,- der Normalpreis für den Kaffee. Und das „Sparen“ von Worten kosten den Kunden eben Geld.

Nun gut – das Beispiel Kaffee mag hinken. Da mag ich jeden Kaffeetrinker am frühen Morgen erstmal in Schutz nehmen 😀 Kein Wort vor dem ersten Kaffee 😉

Mein Erlebnis beim Bäcker ereignete sich am Vormittag um 10:40 Uhr.
Und es ging um Brot. Also noch nicht mal um ein belegtes Brötchen, in das die Kundin sofort hineinbeißen muss, um die hungerbedingte schlechte Laune zu vertreiben (kenne ich ja auch …)
Und ich kam gerade vom Sport – mein Kalorienwert des Tages war im Negativ-Bereich!

Was hat das ganze mit Business zu tun?

Doch mehr, als du jetzt vielleicht vermutest.

  • Kommunikation und Höflichkeit
    Wenn ich offen und freundlich mit Kunden und Dienstleistern umgehe, macht das doch etwas mit dem Miteinander. Ich bin mir sicher, ein Dienstleister gibt sich mehr Mühe mit meinem Auftrag, wenn er mich als freundlich empfindet.
    Und ich müsste lügen, wenn ich nicht ähnlich handeln würde – und das vielleicht sogar gar nicht mal bewusst.
    Das kann sogar soweit gehen, dass ich die Zusammenarbeit mit einem langjährigen Kunden einfriere, sogar beende, weil jemand aus dem Unternehmen sich auf eine Weise benimmt, die nicht tolerierbar ist. Dafür muss betreffende Person mich nicht körperlich angehen – hinter meinem Rücken schlecht beim Entscheider über mich reden reicht doch da schon.
    Spannend übrigens, dass das in dem Fall keine Unhöflichkeit mangels verbaler Kommunikation ist, sondern Boshaftigkeit durch interne Kommunikation.
    So wie eine „positive Strafe“ – jemanden nicht dadurch strafen, dass man etwas wegnimmt (z.B. Aufmerksamkeit oder Lob), sondern man fügt jemandem etwas zu – eine ungerechte Behandlung durch den Projektleiter, weil diesem ein falsches Bild vermittelt wurde. Generell ein spannendes Thema im Hundetraining übrigens!

  • Eine Leistung nach der Menge der Worte zu berechnen
    Ja, tatsächlich bin ich vor einigen Tagen über das Angebot eines Dienstleisters gestolpert (im wahrsten Sinne des Wortes), in dem Stand, er schreibe Texte zum Preis von XY pro Wort. Dieser Dienstleister hatte wohl einen Texter-Hintergrund und versuchte, im Copywriting Fuß zu fassen.
    Und mein Bauchgefühl direkt: Hey, ich will doch für meine Kunden (oder für mich) einen starken Text haben, der verkauft (sollte das mein Ziel sein). Ein guter Text ist doch hier auch wie ein gutes Logo: Alles, was nicht unbedingt nötig ist, kann weg.
    Ein Logo mit zu vielen Details und Elementen wirkt genauso wenig wie ein Text mit überflüssigen Phrasen. Du als Kunde – angenommen, du weißt um der Relevanz guter Texte für Website, Flyer & Co. – sollst doch einen optimalen Text bekommen, bei dem zweitrangig ist, wie viele Worte dieser hat.
    Das wäre doch so, als würde ich an dein Logo noch hier und da irgendwelche Bögen, Striche oder ähnliches dranbasteln, weil ich dir jeden Ankerpunkte (das sind die Elemente, mit denen mein Vektorprogramm arbeitet) in Rechnung stelle.
    Das wär doch echt blöd für dich – denn Ziel ist ein Logo, das überzeugt!

  • Die KI
    Ja, die KI. Kein Beitrag ohne KI im Moment. Gefühlt. Und sei es nur die Erwähnung.
    Was KI z.B. kann: Einen Text aufblasen. Nehmen wir mal an, ich verkaufe dir einen Text, den du nach Anzahl der Wörter zahlst. Da könnte ich doch (wenn ich jetzt nicht ich und grundehrlich wäre) hingehen, „deinen“ Text in die KI kopieren und prompten: „Mache mir den Text um 50% länger“.
    Macht die KI. Mit diesem einfachen Prompt.
    Und schon bekomme ich für diesen Text hier nicht 64,- sondern 94,- EUR.
    Und hier, da wette ich drauf, es mehr nicht unbedingt Mehrwert.

    Es sei den, ich habe elementare Dinge wie die Ansage der Tageszeit, bitte und danke vergessen. Doch das passiert mir maximal vor dem ersten Kaffee 😉

In dem Sinne:
Danke für’s Lesen, bitte bleib freundlich in deiner Kommunikation und kritisch gegenüber der KI

PS: Das hier ist der Original-Text.
Ich habe ihn kopiert und durch die KI gejagt mit dem Prompt: Kürze mir diesen Text für den Beitrag bei facebook, in dem ich auf diesen, mit natürlicher Intelligenz verfassten Text, als Blogbeitrag verlinke. Diesen Text findest du als Beitrag bei facebook.

Brot - Beitragsbild zum Thema: Kosten Worte Geld?