Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag schreibe. Er ist persönlicher als alles, was ich sonst öffentlich mache. Aber vielleicht ist er genau deshalb wichtig… Für mich, und vielleicht für dich, falls du gerade selbst durch etwas Schweres gehst.
Also: Hier bin ich. Ehrlich. Und sehr persönlich.
Das Jahr, das alles veränderte
Vor etwas mehr als einem Jahr lief ein angeblicher Routineeingriff nicht nach Plan. Was danach kam, sprengt den Rahmen dessen, was ich hier in Worte fassen möchte. Und was ich bis heute überhaupt in Worte fassen kann. Nur so viel: Es gab Momente, in denen mein Leben an einem seidenen Faden hing. Mehr als einmal.
Ich musste danach vieles, was eigentlich selbstverständlich ist, neu lernen.
Und als ich dachte, das Schlimmste sei überstanden, kam noch eine zweite Hürde, mit der niemand gerechnet hatte. Wieder ein Eingriff, wieder ein langer Weg zurück.
Ich erzähle das nicht, um Mitleid zu wecken. Ich erzähle es, weil ich von diesem Weg wieder zurückgekommen bin. Definitiv verändert, nicht mehr ganz dieselbe, aber da. Und weil ich heute etwas weiß, das ich vorher nur geahnt habe.
Was bleibt: Du bist stärker, als du glaubst
Wenn ich aus diesem Jahr eine einzige Sache mitnehme, dann diese: Du bist stärker, als du glaubst.
Egal, was das Leben, das Schicksal oder was auch immer dir vor die Füße wirft. In dir steckt mehr, als du dir in ruhigen Zeiten je zutrauen würdest. Und ja: Manchmal stellt man das erst fest, wenn einen das Leben wirklich herausfordert. Ich habe an Tagen weitergemacht, an denen ich nicht wusste, woher die Kraft kommen sollte. Sie kam trotzdem.
Ich glaube inzwischen fast: Vielleicht habe ich dieses Leben bekommen, weil ich stark genug bin, es zu tragen.
Das heißt nicht, dass jetzt alles leicht ist. Ich will ehrlich sein, denn alles andere wäre gelogen: Es gibt bis heute Tage, an denen die Angst lauter ist als alles andere. An denen die Nächte unruhig sind und die Kraft nicht reicht. Vielleicht arbeite ich heute mit siebzig Prozent dessen, was vorher selbstverständlich war.
Aber: Ich stecke meine Energie bewusst dorthin, wo sie etwas Gutes bewirkt. Ins Positive. Ins Optimistische. In ein Leben ohne ständige Angst. Auch wenn ich sie mir manchmal hart erkämpfen muss. Mut heißt nicht, keine Angst zu haben. Mut heißt, trotzdem weiterzumachen.
Warum Dackelherz das alles überlebt hat
Kreative Arbeit ist mein Leben, seit mehr als 25 Jahren. Nur ein Jahr vor der Katastrophe hatte ich mich selbstständig gemacht und Dackelherz vom Nebengewerbe zu meinem Lebensunterhalt gemacht.
Man könnte denken, ein so junges Unternehmen übersteht so ein Jahr nicht. Aber Dackelherz hat überlebt. So wie ich. Und genau das macht es für mich heute zu so viel mehr als nur einem Job: Es ist der Beweis, dass das, wofür ich brenne, stärker ist als das, was mich fast aufgehalten hätte.
Früher war die Tierfotografie ein großer Teil meiner Arbeit. Lange ging das körperlich einfach nicht mehr. Heute geht es zum Glück wieder. Schritt für Schritt, vielleicht noch nicht in vollem Umfang, aber es geht. Und auf diesem Weg zurück habe ich etwas Wichtiges verstanden.
Was sich verändert hat: Herz schlägt Branche
Dackelherz ist aus meiner Liebe zu Tieren und meiner Nähe zur Tierwelt entstanden. Das bleibt. Diese Wurzel ist echt, und ich arbeite nach wie vor unglaublich gern mit Menschen aus dem Tierbusiness.
Das Jahr 2025 hat mir zu allem Schlechten auch diese Erkenntnis geschenkt: Herzensmenschen gibt es überall. Nicht nur dort, wo beruflich mit Tieren gearbeitet wird. Ein Coach, ein Begleiter, ein Handwerker, ein Gründer mit einer Idee im Kopf … All diese Menschen führen ihr Business mit Herz. Auch sie brennen für ihre Sache. Und mit genau diesen Menschen will ich arbeiten, ganz gleich, wie ihr „Job“ sich nennt.
Vielleicht musste ich erst durch das härteste Jahr meines Lebens gehen, um das so klar zu sehen: Es geht nicht um die Branche. Es geht um die Haltung. Ums Herz.
Zum Schluss
Falls du das hier liest und selbst gerade durch etwas Schweres gehst: Ich kann dir nicht versprechen, dass alles gut wird. Aber ich kann dir sagen, dass in dir mehr steckt, als du gerade glaubst. Dass auch dunkle Jahre wieder hell werden können. Und dass es sich lohnt, an dem festzuhalten, wofür dein Herz schlägt.
Meins schlägt für Dackelherz. Und für die Menschen, die mutig genug sind, ihr Herzensding der Welt zu zeigen.
Wenn du einer davon bist: Ich freue mich, dich kennenzulernen.
PS: Ich glaube, die Details spielen tatsächlich keine Rolle. Nicht, weil ich sie verschweigen möchte. Sondern deshalb, weil für jeden Menschen unterschiedliche Schicksalsschläge das Leben aus der Bahn werfen können. Man darf sich nie vergleichen – jeder läuft schließlich seinen Weg in seinen Schuhen.
Ich vergleiche mich (gerade jetzt) nicht mit anderen, die schneller laufen, mehr arbeiten oder frei von Angst sind. Ich vergleiche mich höchstens mit der Version von mir, die ich im vergangenen Jahr war.